Mit Schneeschuhen durch die Winterstille

Wandern im Winter? Klar, mit Schneeschuhen!

Click here for English version!P1110402Damit man so aber auch ungefährlich Spaß haben kann, gilt es einiges zu berücksichtigen: warum Schneeschuhtouren sehr lohnenswert sind will ich hier genauso beschreiben, wie was es alles zu beachten gibt, um nicht das Leben der Tiere im Wald oder natürlich das eigene zu gefährden.

Die Freuden der winterlichen Natur habe ich in den letzten beiden Posts ja schon besprochen, Beobachtung von Vögeln an der Fütterung sowie Spurenlesen! Mit Schneeschuhen kann man Tierspuren nun nicht nur neben dem Spazierweg entdecken, sondern auch den Winteralltag der Tiere im Gebirge erkunden, bzw. dort, wo eben nicht geräumt wird. Außerdem verschlägt es in der Regel wenige (wenn auch wachsende) Zahlen von Besuchern auf die verschneiten Gipfel – die meisten Touristen bleiben auf der Skipiste. So hat man die eiskalt verzauberte Bergwelt plötzlich ganz für sich alleine und kann die schweigende weiße Weite viel besser in sich aufsaugen!P1110377Gleichzeitig aber bringen diese besonderen Möglichkeiten auch Probleme mit sich!Für die allermeisten heimischen Tiere ist der Winter nämlich jedes Jahr eine Herausforderung, bei der es ums Überleben geht. Gerade das alpine Klima, bei dem Temperaturen von -20°C keine Seltenheit sind, verlangt seinen Bewohnern alles ab. Wenn wir unsere beheizten Wohnungen für eine Schneeschuhtour verlassen, sollten wir darum versuchen, jede unnötige Störung zu vermeiden. Die wohl wichtigste Richtlinie hierfür lautet: auf den Wegen bleiben! (Z.B. auf verschneiten Forststraßen – dort geht es sich auch angenehmer!) An regelmäßig passierende Winterwanderer gewöhnen sich Hirsch, Reh und Gams leicht – umso beängstigender ist es für sie darum, wenn ein Zweibeiner plötzlich den Weg verlässt. Die oftmals panische Flucht kann im Tiefschnee leicht zur völligen Erschöpfung und zum Tod führen. Darum ist es ratsam, die im Wald zurückgelegte Strecke möglichst kurz und eher auf Forstwegen zurückzulegen – je tiefer der Schnee, desto wichtiger ist diese Regel! Danach, oberhalb der Baumgrenze, kann man sich dann freier bewegen, da die hier lebenden Tiere einen schon von Weitem kommen sehen. Aber auch, und gerade hier, gilt es ein weiteres Thema zu berücksichtigen!

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Steiler sollte es – lawinentechnisch – nicht werden!

Lawinengefahr.
Jedes Jahr kommen zahlreiche Wintersportler in Lawinen ums Leben, diese Naturgewalt wird leider allzu oft völlig unterschätzt. Um Lawinengefahr richtig einschätzen zu können ist einige Erfahrung und ein gutes Verständnis für das komplexe Zustandekommen der Schneelage erforderlich! Um bei wenig Erfahrung dennoch Schneeschuhtouren zu machen, ist große Vorsicht geboten.

  • Unverzichtbar: Ausgiebige Information im Vorfeld über die Schneelage, z.B. in Tirol der Lawinenlagebericht!
    Dort wird in Gefahrenstufen unterschieden, von 1 (gering) bis 5 (sehr groß). Generell sollte man Touren über der Baumgrenze nur bei Stufe 1 durchführen und nur mit:
  • Lawinenausrüstung im Gepäck! Pieps, Sonde und Lawinenschaufel sind absolut notwendiges Material, das man im Rucksack mit sich führen sollte. Aber die Ausrüstung allein hilft gar nichts: man muss die komplexen Such- bzw. Bergevorgänge genau vor Augen haben, damit es im Ernstfall auch etwas hilft.
  • Nur im flachen Gelände, unter 20° Neigung! Das Bild oben zeigt in etwa, welche Steigung mit Schneeschuhen problemlos machbar ist; dort ist auch die Lawinengefahr sehr gering und eine Auslösung extrem unwahrscheinlich.
  • Unter der Baumgrenze bleiben: Wer in ähnlicher Steigung wie oben, aber unterhalb der Baumgrenze unterwegs ist, muss deutlich weniger befürchten: hier schützen z.B. die Bäume meist vor starken Windverpressungen, die Schneebretter entstehen lassen. Aber auch hier gilt: Immer den Lawinenlagebericht zu Rate ziehen!

P1110383Einfach fröhlich drauf los marschieren ist bei Schneeschuhtouren also ganz falsch. Wenn man aber die Verhältnisse gut im Auge behält, entsprechend vorbereitet ist, im Wald hauptsächlich am Weg bleibt und Fütterungen wie Ruhegebiete meidet (bei Ortsansässigen auch oft erfragbar, natürlich auch direkt beim Jäger oder Förster), dann kann man sich eine oftmals bizarr verschneite Traumlandschaft erwandern und völlige Ruhe dabei genießen!

Einfache Alternative: Nimm Dir einen Guide! Ein qualifizierter Führer wird für deine Sicherheit alles nötige tun, sodass Du dich entspannt zurücklehnen kannst. Auch wenn Du nicht mich anstellst, in vielen Skiorten gibt es Bergwanderführer oder Bergführer die geführte Schneeschuhtouren anbieten – auch für Einzelgruppen. Wenn es dann noch ein/e Naturführer/in ist, kannst Du gleich nochmal über einen ganzen Haufen Details mehr staunen!

Rein technisch gibt es nicht so viel zu beachten, Ausrüstung bekommst Du inzwischen in den meisten Sportgeschäften – mit entsprechender Beratung – oder du leihst Schneeschuhe einfach für ein Wochenende aus. Beim Gehen einfach ganz normal laufen, nur ein kleines bisschen breiter. Das hat man schnell heraus!

Wenn also der Winter doch noch kommt, ist nicht-Skifahren-können kein Grund drinnen zu bleiben!

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