Vogelstimmen erkennen

Letzten Samstag habe ich den ersten Buchfinken des Jahres singen hören, gestern den ersten Grünfinken und die erste Ringeltaube. Jetzt ist die perfekte Zeit um Vogelstimmen zu lernen! Die Vögel fangen erst langsam und nacheinander an, und die Sommergäste sind noch lang nicht da. Wenn Du jetzt mit einem Fernglas aufmerksam umhergehst und Dir die Stimmen einprägst, dann bist du noch nicht so überfordert wie im Mai vielleicht.

Dazu habe ich vor zwei Jahren schon einmal einen Blogeintrag geschrieben.

 

Dirt time

Mein letzter Eintrag stammt vom 14. März – genau ein halbes Jahr ist seitdem vergangen. Ein halbes Jahr, in dem ich sehr beschäftigt war. Die erste Hälfte davon stand noch ganz im Zeichen der Masterarbeit, die ich Ende Juni eingereicht habe; nicht weil ich eine Abgabefrist der Uni einhalten musste, sondern weil ich selbst mir diese Frist gesetzt hatte: bevor ich im August verreisen würde und mich anschließend um Jobs bemühen, wollte ich einen Monat Zeit für mich. Zeit, um noch einmal in mich zu gehen, um reif zu sein für den anstehenden Übergang vom Studium ins Berufsleben. Und wo würde ich mehr zur Besinnung kommen als draußen in der Natur? Mein Plan war schnell ins Auge gefasst – ich würde einen Monat draußen leben, so intensiv wie möglich.

Teil I

Mein Rucksack für einen Monat war nicht besonders groß. Einen dicken Wollpullover, eine Mütze, einen Poncho, ein Messer mit Feuerstahl, eine Trinkflasche, ein Alutopf. Außerdem hatte ich zwei Bücher zur Bestimmung von essbaren Wildpflanzen dabei, einen Zeichenblock und ein Notizheft – und als Notration 3kg Reis und 1,5kg rote Linsen. Und natürlich mein Fernglas.

Als Ziel wählte ich den Nordrand der Ammergauer Alpen, wo die Grasberge in die Moore und Seen des bayerischen Voralpenlandes auslaufen. Feuchtgebiete, so habe ich in Johannes Vogels „Pflanzliche Notnahrung“ gelesen, sind besonders ergiebig an wilder Kost. Schon während ich vom Bahnhof durch einsame Wege in der Mittagshitze spaziere, bleibe ich immer wieder stehen und pflücke hier und dort Brennnesselsamen. Wenn man von unten nach oben über die Pflanzen streicht, brechen die kleinen Stacheln ab, ohne dass man das Gift abbekommt. Auch die Samen habe ich nach ein paar lehrreichen Versuchen immer zwischen den Fingern zerwuzelt. Am Lauf der wilden, jungen Ammer entlang bin ich immer weiter ins Gebiet hineingewandert und habe mir schließlich einen sumpfigen Wald – feucht war es überall – als Lagerplatz ausgesucht. Überall entsprangen kleine moorige Bächlein; nachdem nirgends Almflächen waren, trank ich guten Gewissens und ließ mich vom leicht moorigen Geschmack nicht stören. Der Boden war dicht mit Moos bedeckt, und auf einer kleinen Lichtung, die eine riesige abgestorbene Fichte hinterlassen hatte – ihr Stumpf ragte noch 4-5m, von Baumpilzen übersät, empor – war es sogar vergleichsweise trocken. Frohen Mutes begann ich den lustigen Laubhüttenbau: An einen umgefallenen Baumstamm lehnte ich dickere Äste eng aneinander, die in der Umgebung en masse vorkamen; der Wald bestand zwar nur aus Fichten, jedoch in allen Altersklassen, reichlich Totholz stehend und am Boden eingeschlossen. Nach der ersten dicken Schicht morscher Äste siedelte ich ein paar größere Moosfladen um und stopfte die Löcher. Weiter hinten hatte der Sturm eine große Fichte umgeworfen, ich konnte die noch grünen, aber schon leicht abzubrechenden Zweige (‚Dachsen‘) sammeln, um die Wand zusätzlich zu verstärken. Auch den Boden legte ich mit ihnen aus. Schließlich kam ich noch drauf, dass sich der Baumstamm ganz kinderleicht entrinden ließ und klatschte riesige Rindenstücke als Schindeln auf mein neues Daheim. Für eine Feuerstelle schleppte ich sogar extra dicke Flusskiesel herauf in den Wald, um neben dem mächtigen Baumstamm, an dessen Fuße ich mein Lager aufgeschlagen hatte, auch ein Feuerchen zu entzünden. Die Moorerde und den dünnen Bewuchs etwas zur Seite befördert ließ ich die Kiesel in den Boden ein und bildete mir ein, dass der Schaden so geringer werde. Als ich das Brennholz holte, dämmerte es bereits – aber ich war bereit für die Nacht.

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Blick auf meine Lagerstelle im sumpfigen Wald

Als ich meine letzten verbliebenen Brennnesselsamen naschte und ins kleine Feuer sah, ging allmählich ein riesiger Vollmond auf, der direkt in die Schneise meiner kleinen Lichtung hineinschien. In der Ferne hörte ich eine Waldschnepfe tröten, und näher einen Waldkauz. Zu meiner kompletten Verzauberung stiegen dann plötzlich rund um mich herum Glühwürmchen auf! Der ganze Wald war feenhaft erleuchtet von hunderten kleinen gelbgrünen Lichtlein. Als ich etwas später dann in meine Höhle kroch blickte ich noch in die Baumwipfel, hinter denen der Sternenhimmel leuchtete, und unter denen immer wieder kleine Glühwürmchen herumirrten.

So herrlich der Auftakt meiner Zeit dort war, die Entbehrungen ließen nicht lange auf sich warten. Zunächst fiel die Temperatur trotz der Julihitze soweit ab, dass ich am frühen Morgen nur in meinem Pullover zu frieren begann. Ich versuchte weiterzuschlafen, wirklich erholt war ich aber nicht, als ich dann kurz vor Sonnenaufgang zum Fluss hinunter ging. In den ersten Sonnenstrahlen wärmte ich mich wohlig auf, aber es war nicht nur die nächtliche Kälte, die mir schon am zweiten Tag zusetzte – mein Moorbächlein beanspruchte mich ziemlich. Ich fühlte mich nicht nur müde, sondern auch sehr schwach – meine ganze Kraft schien in meinen Bauch gewandert zu sein. Immerhin war mir nicht übel und Durchfall hatte ich auch keinen. Sowas Dummes, gleich am ersten Tag; dabei hatte ich bisher noch nie Probleme mit Wasser in den Bergen. Sicherheitshalber habe ich gleich eine Sickergrube in die Kiesbank am Ufer gegraben um die Uferfiltration zu nutzen. Für warme Nächte packte ich mir meinen Poncho einmal mit frischem Heu voll (der Bauer möge es mir verzeihen); ab sofort war mir nachts eher zu heiß als zu kalt. Das frische Wasser tat gut, und bald machte ich mich daran, Essen zu sammeln. Brennnesseln wuchsen hier reichlich, und bald hatte ich den Unterschied zwischen Männchen und Weibchen auch kapiert. Weil die Samen noch nicht so groß waren, war das eingangs gar nicht so einfach. Mittags gab es dann geröstete Brennnesselsamen mit Brennnesselspinat (Blätter, die ich mit meinen geschnitzten Stäbchen ins kochende Wasser hielt um sie zu blanchieren). Ohne Salz. Ich musste mich wirklich zwingen, das aufzuessen. Ein Erkundungsstreifzug am Nachmittag kam nicht sehr weit, ich war einfach immer noch viel zu schwach – und die Wildpflanzen gaben mir nicht die erhoffte Power. Tatsächlich war es wohl auch etwas viel des Guten, von 0 auf 100 auf wilde Kost umzusteigen.

Nach einer warmen und erholsamen Nacht hatte ich einen herrlichen Sonnentag vor mir. Gleich nach einem Frühstücks-Fichtentee spazierte ich los. Unterwegs füllte ich immer wieder meine Wasserflasche an kleinen Bächen auf (die nicht aus Mooren oder von Almen kamen) und schnabulierte Brennnesselsamen und Seggensamen, die deutlich besser schmecken. Mitten im Wald begegnete ich einem Förster bei einer winzigen Hütte, sah einen Sperber mit erbeuteter Singdrossel vor den Attacken der anderen Drosseln ausweichen, beobachtete zwei Baummarder, die über die Straße ins dichte Pestwurz-Blattwerk flüchteten, und machte eine etwas trockenere Gegend ausfindig. Dorthin wollte ich morgen umziehen, vorher grub ich mir aber noch eine Große Klette aus, deren Pfahlwurzel etwa so groß wie drei Karotten ist und scheinbar voller Nährstoffe. Abends saß ich im sommerlichen Sonnenschein am Ufer der Ammer und köchelte mir meine Wurzel. Der betörende Karottengeruch ließ mir das Wasser im Munde zusammenlaufen! Den Sud habe ich dann als Tee getrunken, und ich habe richtig gespürt, wie mein Körper die Mineralstoffe aufgesogen hat. Wie Wurzel selbst war so la-la. Der obere Teil recht holzig und kaum zu kauen, der untere dagegen noch zart und fein. Mit einem grummelnden Bauch bin ich dann nachts durch den finsteren Wald zu meinem Lager hochgeschlichen.

Zwar habe ich gut geschlafen, aber als ich morgens erwacht bin, war mir elendig übel. Die Wurzel war wohl etwas zu viel des Guten gewesen. Entsetzlich schwach wie ich war, schleppte ich mich zum Fluss und entzündete ein Feuer, auf dem ich mir dann einen Tee aus Schafgarbe und wildem Thymian kochte, der tatsächlich auch gleich Besserung brachte. Verärgert über meine Gebrechen öffnete ich auch den Reis, um mich etwas zu stärken. von nun an habe ich eine Handvoll Reis oder Linsen morgens und abends verspeist; den Naturreis ohne Salz kann ich wirklich nicht empfehlen, das nächste Mal schon lieber schönen Klebereis, oder nur Linsen, denn die waren gut genießbar. Mein Lager habe ich dann tatsächlich aus dem Sumpfwald (die Mücken und Bremsen habe ich jetzt mal einfach unter den Tisch fallen lassen, aber ja, es gab sie) umverlegt in einen Hang weiter westlich, ganz in der Nähe der Rotwildeinstände. Nachts sind die Hirsche an mir vorbei marschiert, und bei meinen Streifzügen ist mir klar geworden, dass nicht nur Rehe bellen können. Auf 10m unabsichtlich einen Hirsch aufzustöbern ist schon eine Kunst!

Die sonnigen Tage habe ich vollends ausgekostet, ich bin zu den Moorseen gewandert und schwimmen gegangen, habe eine ausgedehnte Bergtour gemacht und jeden Winkel auf der Karte durchstöbert, der halbwegs nach einem guten Lagerplatz für die restlichen drei Wochen ausgesehen hat. Ich habe Pflanzen gesammelt, Spuren gelesen, Tiere beobachtet, meditiert, in der Mittagshitze im Bach gebadet oder im Schatten der Bäume gedöst. Ich habe die Aussicht genossen und meine Fragen gewälzt, die Glühwürmchen bestaunt, dem Gewitter zugejubelt, die frische Luft genossen, bin barfuß gegangen, habe Feuer gemacht, geschnitzt und immer wieder gegrübelt.
Bald ist mir aber einiges klar geworden: 1. war die Gegend von starker landwirtschaftlicher Nutzung geprägt; Fichtenmonokulturen soweit das Auge reicht, noch dazu eingezäunt als Waldweiden – meine Lagerplätze in dem moorigen Fichtenwald und einem steilen Waldhang waren die Ausnahme (und erklären die Nähe zum Rotwild, das ja auch ausweichen muss), außerdem: Mücken immer und überall; 2. hat mich die Wildpflanzenkost zunächst so geschwächt, dass ich innerhalb dieser wenigen Tage stark abgemagert bin (Into The Wild lässt grüßen), diese Entwicklung konnte ich zwar durch die Reis- und Linsenzusätze aufhalten, ohne Salz war diese Kost für mich als Gourmet allerdings eine sehr harte Probe; 3., und das hat am allermeisten ausgemacht, ist mir nach dieser einen Woche, die ich inzwischen allein im Wald verbracht habe, sehr viel klar geworden. Meine eigenen Fragen, Gedanken und Gefühle haben sich erstaunlich gut entwirrt und zu der noch nie so erfahrenen, sonnenklaren Gewissheit geformt, dass mein Ort nicht hier, allein im Wald ist, sondern an der Seite meiner Frau und meiner Freunde und meiner Familie (Into The Wild grüßt auch hier, jaja). So hatte ich in dieser Hinsicht schon nach einer sehr sehr intensiven Woche gefunden, was ich in einem Monat finden wollte.

Teil II

Nachdem ich einige Tage zuhause, ohne Internet im Liegestuhl verbracht hatte, München im Sommer mit meiner Frau zusammen genossen habe, jeden Bissen mit unendlichem Genuss gekaut habe, mich aber auch über den fragwürdigen Komfort von abgeschlossenen Häusern, sauberen Duschen und das seltsame Gefühl, auf einem Stuhl zu sitzen gewundert habe, war mir klar, dass ich noch einmal raus muss. Nicht mehr, um meine eigenen Fragen zu verfolgen, sondern um der Natur zu begegnen und zu danken für das was ich zuvor erleben konnte. So intensiv die erste Woche war, meine Wahrnehmung war trotz allem eher nach innen als nach außen gerichtet; das wollte ich jetzt nachholen.

Diesmal hatte ich mehr Gepäck dabei: Genügend Proviant, aber auch eine Plane, Isomatte und Schlafsack. Ich wollte mich ganz auf die Beobachtungen konzentrieren. Nach einer gemeinsamen Bergtour im Karwendel bin ich dann in den Bergen geblieben und habe mir ein einsames Tal gesucht, das von den Schottermassen des Wildbaches bizarre Formen angenommen hat. Eine Woche lang zog ich durchs Gebüsch, saß stundenlang in der Gegend herum und habe beobachtet, wie ich allmählich unsichtbar wurde und Tiere ungestört in meiner Nähe vorbeikamen. Einmal, als ich vom späten Nachmittags bis in die Nacht hinein am Flussbett saß, hoppelte in der frühen Nacht ein Hase an mir vorbei. Hätte ich meinen Arm weit genug ausstrecken können, hätte ich ihn berühren können. Einige andere, sehr beglückende Tierbegegnungen hatte ich, als ich barfuß und mit aller Seelenruhe, aufmerksam aber zugleich komplett entspannt, mit einem Gefühl, zuhause zu sein, durch die Landschaft lief. Für zwei Nächte hat mich auch ein Freund besucht, und wir haben gemeinsam die Gegend erkundet.

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Mitten im Kalkschotter standen einige Bäume, die inmitten der extremen Bedingungen noch immer weiter lebten

Den letzten Tag verbrachte ich damit, von Sonnenauf- bis -untergang an einer Stelle zu sitzen, zu beobachten, zu meditieren, zu dösen. Ich glaube ich habe noch nie einen Tag so bewusst erlebt.

Teil III

Im Anschluss an diese Wochen habe ich noch eine kleine Bergtour unternommen, für 4 Tage wollte ich unterwegs sein. Mein Gepäck war klassisch „ultralight“, vor allem aber mein ganzes persönliches Gepäck war sehr leicht geworden nach diesen Wochen. So bewusst und genussvoll bin ich selten am Berg gewesen.

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In aller Ruhe und mit scheinbar endloser Energie lief ich die geplante Route schon in drei Tagen ab; ich hatte das Gefühl überall dort draußen zuhause zu sein – und ganz anders als in dem schlechten Sinn des bekannten Outdoor-Konzerns, der das Drinnen mit seiner Ausrüstung nach Draußen bringen will.

Mir stellt sich nun eher die Frage und die Aufgabe, wie man das Draußen am Besten auch nach Drinnen bringen kann. Während ich diese Zeilen schreibe, sitze ich im abgeschlossenen Wohnzimmer, dabei scheint sogar die Sonne draußen. Wie können wir „draußen zuhause“ bleiben/werden in einer Welt, die alles auf die Präsenz und Verfügbarkeit eines ‚drinnen‘ hin organisiert? Draußen ist der Ort, an dem man Anderen und Anderem begegnet, draußen ist der Ort des Politischen, des Ethischen. Mir kommt vor, dass wir andere Routinen brauchen, andere Lebensformen, die Verbindung zu Anderen (wie zu uns selbst) unterstützen anstatt sie mit unseren Selbstverständlichkeiten zu kappen. Ich glaube, dass ein Sitzplatz eine solche Routine werden kann, oder ein täglicher Nachmittagsspaziergang. Entscheidend aber bleibt die Möglichkeit, die eigenen Erfahrungen mit anderen zu teilen. Schaffen wir also gemeinsam solche Möglichkeiten, eine solche Kultur, indem wir – unter Andere – nach draußen gehen.

Vogelstimmen lernen

Geneigte Leserin, geneigter Leser,
in letzter Zeit bleiben neue Beiträge aus, und das wird sich vorübergehend auch kaum ändern: ich habe mit meiner Masterarbeit alle Hände voll zu tun. Aber dieses Thema ist nunmal jahreszeitlich dringend, die Gelegenheit will ich nicht verpassen:
Jetzt ist die Zeit, Vogelstimmen zu lernen! Eigentlich bin ich eh schon recht spät dran mit diesem Aufruf, aber noch ist ein guter Zeitpunkt um damit anzufangen. Später im Frühling, wenn die Ziehvögel aus ihren Winterquartieren im Süden zurück sind, ist die Vielfalt für den Anfang etwas unüberschaubar, und im Sommer singen schon einige Vögel nicht mehr ihren Vollgesang. Vollgesang? Was soll das denn sein? Über Vogelsprache habe ich ja schon in meinem Beitrag zum Sitzplatz einige Bemerkungen gemacht, und eine volle Behandlung des Themas wäre hier viel zu ausufernd für den Moment. Halten wir aber fest, dass Vögel wie die meisten Lebewesen ständig auf ihre Umwelt reagieren. Diese Reaktionen können wir und andere Lebewesen dann lesen und so die Puzzlestücke zusammenfügen und weit mehr über unsere Umgebung erfahren als unsere Sinne uns zunächst erlauben. Wenn in einiger Entfernung plötzlich ein Schwarm Meisen vom Boden auffliegt, kann ich das als Reaktion auf etwas lesen, das ich selbst nicht sehe – z.B. dass dort eine Katze vorbei spaziert. Neben der Körpersprache (hast Du schonmal gesehen wie Vögel den Kopf lang machen, wenn sie irritiert sind?) kennen wir natürlich besonders die Laute, die Vögel zwitschernd, krähend, piepsend, kreischend etc. von sich geben. Hier gibt es einige verschiedene Arten von Lauten:
  • Kontaktrufe (kurze Pfiffe oder andere Töne, mit denen die Vögel sich meist innerhalb einer Art verständigen)
  • Bettelrufe (das hungrige Geschrei der Küken)
  • Warnrufe (verschiedene Formen, die sich auf verschiedene Gefahren richten, oft auch nur Territorialverteidigung/Schimpfen)
  • Gesang
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Was ist das für ein Vogel? Schaut aus wie eine Amsel, oder? Aber haben Amseln normal nicht einen orangen Schnabel?

Heute geht es mir um den Gesang. Wenn Ornithologen ein Gebiet vogelkundlich kartieren, also einzeichnen, welche Vogelarten dort leben, dann tun sie das im Frühsommer, und über ihr Gehör: am Gesang kann man jede Vogelart ganz genau bestimmen. Während Rufe oft ähnlich klingen hat jede Vogelart ihren spezifischen Gesang – und ihn lassen sie vom Vorfrühling bis in den Spätherbst, je nach Art unterschiedlich, erklingen. Denn der oft wunderschöne Gesang dient auch (vermutlich vor allem) der Reviermarkierung. Sehr gut kann man das bei sogenannten „Wartensängern“ wie der Amsel erkennen – sie sitzt oft auf einem herausragenden Ort, einer Warte (z.B. auf dem Giebel eines Hauses oder einem Baumwipfel) und lässt von dort weithin hörbar ihren Gesang erschallen.

 

 

 

Vogelstimmen lernen
Wenn der schöne Vogelgesang uns also erlaubt auf eine bestimmte Art dahinter zu schließen, dann bringt uns die Kenntnis der Stimmen plötzlich eine unerwartete Erweiterung unserer Lebenswelt! Stell Dir vor, das diffuse Gezwitscher, was Dir vorher kaum aufgefallen ist, wird plötzlich ein Rotkehlchen – ohne das Du es im Gebüsch sehen kannst; im Vorbeigehen zwitschert es und Du nickst erfreut vor dich hin: „hallo, Rotkehlchen“. Z.B. sechs verschiedene Vogelarten mit geschlossenen Augen in der Umgebung wahrzunehmen bringt in meiner Erfahrung eine ungeahnte Sensibilität für den Raum in dem wir und viele andere leben und ein sehr großes Stück Lebensqualität. Wie also lerne ich Vogelstimmen?

  1. Hinhören. Versuche jede Vogelstimme die Du nicht 100% sicher zuordnen kannst zu lokalisieren und von den anderen Geräuschen abzugrenzen. Präge Dir die Melodie, den Rhythmus ein – am Besten klappt das, indem Du versuchst sie nachzuahmen! Du kannst Dir auch Eselsbrücken bauen oder versuchen das Geräusch in Sprache zu fassen: z.B. twit twit; oder „würzgebier“ (so wird oft der Buchfink niedergeschrieben).
  2. Nachschauen. Ideal ist es, wenn Du oft (z.B. am Sitzplatz) ein Fernglas zur Hand hast, um auch auf größere Entfernung einen Blick auf den Vogel zu erhaschen. Wenn Du dich aber entspannt und indirekt, leise näherst, kannst Du auch oft nah genug rankommen um mit freiem Auge einen guten Blick auf den Vogel zu erhaschen. Aber auch hinschauen will gelernt sein! Kannst Du ihn danach in einem Bestimmungsbuch wiederfinden? Irgendwo war er rot, aber wars auf dem Kopf oder an der Brust? Genaues Erfassen von Details ist eine Übungsfrage; ich versuche immer die Größe (zwischen Spatz/Amsel/Taube z.B. als Vergleich), die Schnabelform (lang und dünn oder kurz und dick z.b.) und die grobe Färbung zu erfassen. Im zweiten Blick konzentriere ich mich dann darauf, genau zu sehen wie die Färbung über den Körper verteilt ist. Das kann man auch zuhause mit einem Bestimmungsbuch üben: einen Vogel 10 Sek. lang anschauen und dann zeichnen versuchen – gar nicht so einfach!
  3. Nachhören. Wieder zuhause, oder wenn Du ein Smartphone hast, mit der Vogelstimmen-Trainer-App (sehr lohnenswert!!) kannst Du dann deiner Vermutung nachgehen und hören, ob es dieser Vogel war. Auch ein Vogelbestimmungsbuch zuhause ist wichtig und kann Dich weiterbringen.
  4. Wiederholen und wiederholen. Diesen Ablauf solltest Du jetzt jedes Mal wiederholen, wenn Du einen Vogel hörst, bei dem Du dir nicht absolut sicher bist. Durch die Wiederholung prägt man sich erstaunlich schnell die Vogelstimmen ein, auch wenn es am Anfang frustrierend sein mag.

Vor drei Jahren habe ich im Frühling damit begonnen, bei jeder Vogelstimme aufzumerken und oft erst locker gelassen, als ich den Vogel gefunden hatte. In diesem Sommer habe ich ca. 25 Vogelstimmen kennengelernt und damit wahrscheinlich 95% der Vogelgeräusche zuordnen können. Tatsächlich machen in Siedlungsgebieten aber auch auf dem Land 10 Arten schätzungsweise 90% der Stimmen aus. Wenn Du die Stimmen von Amseln, Haus/Feldsperling, Buchfink, Grünfink, Rotkehlchen, Hausrotschwanz, Mönchsgrasmücke, Zilpzalp, Kohlmeise und Blaumeise lernst, hast Du mit wenig Aufwand schon sehr viel gelernt!

Ein Quiz gibt es auch hier vom NABU online.

So, jetzt wünsche ich Euch einen schönen Frühling!

Vogelfutter selber machen – ein schnelles Rezept

Über Vogelfütterung habe ich ja schon letzten Winter geschrieben, als Ergänzung jetzt hier noch ein kleines Rezept.
In den kalten Winternächten verlieren Vögel unglaublich viel Energie! Habt Ihr mal beobachtet, wo sie in der Dämmerung ihre Schlafplätze suchen? Der Versuch ist ganz schön tricky, denn während sie in einem Moment noch gemütlich auf ihrem Ast sitzen, sind sie im nächsten Augenblick verschwunden – heimlich und schnell in ihren Schlafbusch entwischt. Nachts können sie nämlich als Augen-Tiere nicht viel machen, und wenn die Nachbarskatze mitbekommt, wo sie ihren Schlafplatz haben, geht das böse aus. Sitzt so ein kleiner Vogel erstmal auf seinem Schlafast – in Nestern schlafen Vögel nämlich höchstens in der Brutzeit – plustert er sich eine ganze Zeit lang auf, bis er seine Daunenfedern zu einer wärmenden Isolationsschicht aufgebauscht hat (wie er schlafen kann, ohne vom Ast zu fallen, ist eine andere Frage). Drum ist es auch sehr übel, in eisigen Nächten durch Dickichte und Wälder zu spazieren: viele Vögel fliegen panisch weg, und bis sie einen neuen Schlafplatz und die Isolationsschicht aufgeplustert haben, sind sie schon erfroren. Eine Kohlmeise verliert angeblich ein Drittel ihres Körpergewichts in einer Nacht mit -10°C! Und das wichtigste was den morgendlichen Heißhunger der Singvögel stillt ist: Fett.
Fettfutter kann man auch ganz einfach selbst machen und es ist eine Freude den Vögeln zuzuschauen! Man braucht nur wenige Zutaten:

  • Fett: Ich nehme vegetarischerweise immer Margarine aus dem Supermarkt, man kann auch beim Metzger Fettreste holen. Das ist im Topf dann aber weniger appetitlich und riecht streng, für die Vögel aber noch nahrhafter. Es geht auch gut Kokosfett, Pflanzenfett zum Frittieren ist nach eigenen Erfahrungen aber vergleichsweise ungeeignet.
  • Haferflocken: Ich nehme einmal „zart“ und einmal „vollkorn“ und mische dann halb/halb.
  • Zusätzlich: je nach Laune kann man es bei Fett und Haferflocken belassen, ich füge noch Sonnenblumenkerne und Rosinen hinzu, Haselnüsse wären auch eine gute Möglichkeit.

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Nachdem ich das Fett in einer großen Pfanne flüssig gemacht habe, füge ich die Haferflocken hinzu, dann die Sonnenblumenkerne und Rosinen.OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Wie bieten wir den Vögeln die Leckereien nun am Besten an? Ganz einfach: einen Blumentopf nehmen, ein kleines Stöckchen mit Schnur von Innen durch das Loch fädeln, ein längeres Stöckchen durch das bleibende Loch stecken, so dass es heraussteht und später, wenn wir den befüllten Topf umgekehrt aufgehängt haben, den Vögeln als Steg dient.OLYMPUS DIGITAL CAMERA Wichtig ist außerdem, dass wir nach dem Umrühren etwas warten, bis wir den Topf befüllen. Am Besten stellt man die heiße Pfanne raus und lässt sie gut abkühlen, das Fett sollte gerade noch flüssig sein, man muss immer wieder aufpassen und auch beim Abkühlen umrühren. Dann füllen wir den Topf, streichen es glatt und drücken die Füllung zusammen. So gehts dann erstmal raus zum endgültigen Abkühlen, und wenn das Fett wieder hart geworden ist und die Füllung gut im Topf klebt, können wir ihn umgekehrt an einer geschützten Stelle, im Gebüsch z.B. aufhängen.OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Hier schließlich noch ein paar Fotos von den glücklichen Gästen!OLYMPUS DIGITAL CAMERA OLYMPUS DIGITAL CAMERA OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Tipps zur Vogelfütterung und -beobachtung generell findet ihr in diesem Post; nach meiner Erfahrung ist auch ein täglich neu befülltes Vogelbad (einfach einen Topfuntersetzer, z.b. von dem Topf, der jetzt umgekehrt im Baum hängt..) und eine Futterstation mit Sonnenblumenkernen der Renner!

Die Naturgarten-Idee (zu Weihnachten)

OLYMPUS DIGITAL CAMERA Jetzt im Winter ist zwar nicht wirklich Gärnterzeit, aber ich muss trotzdem einfach einen Beitrag dazu verfassen. Der Grund ist mein neues Lieblingsbuch. Aber der Reihe nach. Schon seit Ewigkeiten fasziniert mich der Gedanke einer möglichst naturnah gestalteten Landschaft. Seit ich selbst nach dem Abitur Biotoppflege betrieben habe und miterleben konnte, wie sich auf kleinstem Raum eine unglaubliche Artenvielfalt entwickelte, lässt mich die Idee nicht mehr los, im eigenen Garten so etwas ansatzweise auch zu machen! Im Bild oben sieht man meinen kleinen Garten in Innsbruck. Keine lebensfeindliche Thujahecke, sondern Liguster rechts und vorne und links verschiedene Büsche. Den Holunder, der in der Ligusterhecke gewachsen ist, habe ich nicht abgesäbelt sondern wild wachsen lassen. Das war schon eine guter Anfang; ich habe dann rechts ein kleines Gemüse und Kräuterbeet angelegt, am Rand verschiedene Blumen gepflanzt und das ganze Jahr über ein kleines Vogelbad mit Wasser versorgt. Außerdem hatte ich links im Eck einen offenen Kompost. Zwischen den Büschen links habe ich zudem eine Trockenmauer angelegt: einfach größere Steine lose aufeinandergestapelt, dort wo möglichst viel Sonne hinkommt. Schließlich habe ich noch ein kleines Wildbienenhotel gebastelt, das bald besiedelt wurde. Innerhalb eines Jahres hatte ich eine wachsende Mauereidechsenpopulation, eine ganze Schar Vögel, nicht nur im Winter zur Fütterung, verschiedenste Insekten, wie den abgefahrenen Hummelschweber und sogar: Glühwürmchen! Weil ich keinerlei Außenbeleuchtung angebracht habe, und eben einen recht naturnahen Garten hatte, haben sogar sie sich eingefunden. Dabei musste ich fast keine Arbeit aufwenden, ein Paar Steine aufeinanderhäufen, und ein paar Pflanzen einsetzen – fertig. Aber wenn man nur Zugang zu gebündeltem Wissen hätte, wie man am besten solche ökologischen Nischen anlegt! und dann kam in München kürzlich die Erkenntnis: das gibts‘ alles schon längst! Am Anfang meiner Entdeckungen war dieser sprudelnde und mit Begeisterung ansteckende Autor: Reinhard Witt. Ich muss irgendwie den richtigen Suchbegriff eingegeben haben, jedenfalls habe ich mir sein Buch „Natur für jeden Garten“ bestellt und in einem Zug durchgelesen. Hier gibt es von Anfang bis Ende eine Anleitung für naturnahes Grün: ob es sich um einen so winzigen Garten wie meinen alten Innsbrucker handelt, um einen großen Garten mit richtigem Baumbestand, oder um öffentliche Grünanlagen. Witt mit seiner exzentrischen Schreibweise (Fußnoten zu Fußnoten!) schafft es, die Faszination für das ungebändigte Leben aus jeder Zeile sprechen zu lassen! Außerdem gibt es sogar einen Verein, den deutschsprachigen NaturGarten e.V., der sich der Naturgarten-Vision verschrieben hat (und z.B. eine Samen-Tauschbörse hat). Die Idee ist nämlich, ein grünes Netzwerk zu schaffen, das auch in unseren zu Tode erschlossenen Siedlungsgebieten einen Hauch Wildnis einziehen lässt und vor allem vielen Pflanzen und Tieren das Überleben sichert (was natürlich nicht heißt, dass man die noch unbesiedelte Natur dann nicht mehr schützen müsste – einen Luchs und Baummarder werde ich mit Naturgärten nicht durchbringen).

Die triste planierten öffentlichen Grünanlagen haben mich schon immer angeödet – jetzt, wo ich weiß, was man daraus machen könnte, halte ich es kaum mehr aus. Das aktuelle Lieblingsbuch ist nun aber nicht „Natur für jeden Garten“, sondern Witts „Wildpflanzen-Topfbuch“. Das Grundprinzip des Naturgartens ist nämlich denkbar einfach. Ich fange einfach am Anfang des Ökosystems an, der Rest kommt dann von alleine: d.h. ich pflanze heimische Wildpflanzen. Keine Thuja, keine überzüchteten Rosen und was weiß ich aus dem Gartencenter. An die heimischen Wildpflanzen konnten sich über Jahrtausende verschiedene Tiere anpassen, an ihnen hängt gewissermaßen ein ganzer Rattenschwanz an Ökosystem. Die einfache Naturgarten-Idee ist so einfach wie genial: fangen wir „unten“ im Ökosystem an, also bei den Pflanzen, stellt sich der Rest: Insekten, Vögel, Säugetiere, fast von selbst ein. Über den Daumen gerechnet: pro Pflanze bekomme ich 10 Tiere, bei 100 verschiedenen Wildpflanzen also 1000 neue Tiernachbarn. Das Geniale dabei ist, dass ich das auch auf einem 2 qm Balkon machen kann – in Töpfen! Und wenn man wie ich so glücklich ist, einen Garten zu haben, kann man zusätzlich die nicht bepflanzbaren Bereiche mit Töpfen zupflanzen. Neben Jon Youngs „What the Robin Knows“ sind diese Bücher zu meinen Lieblings-Naturbüchern avanciert, und ich blättere voller Sehnsucht und Tatendrang jetzt in den dunklen Winternächten darin und freue mich auf den Sommer. Meine Weihnachtsgeschenk-Empfehlung also ganz klar: diese beiden Bücher! Ich würde mich irre freuen, wenn ihr auch so motiviert in den Frühling startet und wir uns über Naturgarten-Erfahrungen austauschen könnten. Um es mit Witt zu sagen: „es warten so viele drauf!“

Advent Calendar Update #1

OLYMPUS DIGITAL CAMERAUnser Adventskranz schaut inzwischen so aus! Ich habe einige Schätze draußen „ausgepackt“ und Erinnerungen mit nach Hause genommen. Außerdem habe ich immer wieder Blätter gesammelt, die ich nicht genau kannte. Zum Beispiel weiß ich jetzt, dass das Eichenblatt von einer Stieleiche ist, außerdem gibt es noch die Traubeneiche bei uns, die (aus Amerika stammende) Roteiche und an warmen Standorten die Flaumeiche.

Spannender noch sind die unglaublich intensiven Naturerfahrungen, die man an seinem Sitzplatz machen kann! Am Dienstag war ein Schwarm von kleinen Vögeln da, die ich bisher noch nie an meinem Platz gesehen habe. Es waren hunderte! Wie eine Wolke sind sie immer wieder aufgestoben, und als ich eine Zeit lang gesessen habe, hat sich plötzlich diese Wolke durch das Unterholz auf mich zu bewegt! Mir ist der Atem gestockt, weil ich so gespannt war, was passieren würde. Direkt neben mir und um mich haben sich diese Vögel dann niedergelassen und im Buchen- und Eichenlaub gewühlt, ganz entspannt. Einer saß direkt über mir und hat seinen Flügel geputzt. Sie sahen ungefähr so aus wie Buchfinken, aber eher orangefarben! Weiß jemand, was für Vögel mir da begegnet sind?
Plötzlich kam von der großen Buche hinter mir ein „Twit! Twit!“ und mit einem Rauschen, das absolut überwältigend war, hat sich der Schwarm in die Luft erhoben. Was geblieben ist, liegt zum Teil jetzt bei mir auf dem Adventskranz. Ein Tipp: Es liegt auf dem Blatt einer Rotbuche ;-)
Wie gehts bei Euch voran? Habt Ihr spannende Geschichten erlebt? Oder Neues entdeckt? Wie schaut Euer Adventskranz aus?
Liebe Grüße und noch eine tolle Zeit – bis nächste Woche!

Advent Calendar Challenge!

In the long (hopefully snowy) winter nights ahead of us, lighting an advent wreath in the evening seems very cozy to me. Now my wife came up with this nice minimalist advent wreath:OLYMPUS DIGITAL CAMERA
So why am I talking about advent wreaths? Well, Franziska also came up with another brilliant idea: in order to decorate it, I am to bring something from my sit spot every day! This inspired me to challenge you to do the same.
Go out every day, even if it’s only the walk to the station on your way to work. Ideally, visit your sit spot every day. Then just bring something small home with you. Decorating your wreath day by day will also work as an advent calendar for you: every day you will receive one surprise from nature if you open your ears and eyes! You only have to go there to take it home.
What to bring?

  • of course, you can just take something decorative from your strolls.
  • even better would be something you don’t know: a leaf, a twig with buds, etc. After bringing it home, you can try to identify if using books, the internet etc. and learn something about it!
  • Another good possibility is taking something that reminds you of a special moment outside, of an encounter with a certain animal, a bird you saw etc.

On Christmas you will have 24 memories of special moments from outdoors, maybe you will have learned something about the plants and animals in your vicinity, and you will have paid a lot of attention to the natural world around you. You then just might as well keep going!
I will update you every week and show you what I have found and observed. I think the marvelous moments you will experience in nature should be enough to encourage you to do the same and share your observations here in the comments. Have a great time, I am already very curious to hear from you!